Textagenturen: Pro und Contra von Online-Texten

Textagenturen: Pro und Contra von Online-Texten


Hochwertigen und einzigartigen Content produzieren – Das ist extrem wichtig, um im Web erfolgreich zu sein. Diese Zielsetzung ist aber bekanntlich mit einem großen Ressourcenaufwand verbunden. Wenn man sich nicht mehr im Stande sieht, das Plansoll an Beiträgen für ein bestimmtes Projekt zu erfüllen, dann muss man dieses Problem irgendwie lösen.

Ansätze dafür gibt es mehrere. Mit den zahlreichen Vorteilen von Gastartikeln haben wir uns ja schon ausführlich befasst. Eine Naheliegende wäre aber natürlich auch die Nutzung von Textagenturen im Internet. Warum diese aber – trotz einiger Vorteile – nur mit Vorsicht zu genießen sind, wollen wir uns in diesem Beitrag ansehen. Hinweis: Es soll hier um sogenannte Content-Broker gehen und nicht um professionelle Agenturen.

Was sind Online-Textagenturen?

Die Geschäftsmodelle von Textagenturen sind unterschiedlich. In der Regel haben Sie die Möglichkeit, Texte in Auftrag zu geben und durch eine Auftragsbeschreibung an Ihre individuellen Wünsche anzupassen. Das gilt für die Strukturierung und Textlänge genau so, wie für SEO-Keywords oder den Schreibstil. Andere Portale bieten wiederum vorgefertigten Content an, den Sie bei Gefallen käuflich erwerben und exklusiv verwenden können. Es gibt bei solchen Portalen einen Pool von Autoren, die das Schreiben der Texte übernehmen. Üblicherweise um sich ein kleines „Taschengeld“ zu verdienen.

Prominente Beispiele wären Content.de, Textbroker oder auch Contentworld. Für die Praxistipps unten haben wir uns mit Textbroker näher auseinandergesetzt.

Contra: Die Nachteile von Content-Brokern

Diese Autoren müssen sich zwar üblicherweise bewerben und sich einen Einstufungsprozess unterziehen, die Qualität lässt aber dennoch nicht selten zu wünschen übrig. Erfahrungen die gegen den Einsatz von Online-Textagenturen sprechen wären vor allem:

  • Zu große qualitative Streuung: Neben sehr guten Autoren hat man es auf der gleichen Qualitätsstufe immer wieder mit wenig begabten Schreiberlingen und somit holprigen Texten zu tun. Der Bearbeitungsaufwand rechtfertigt die Kosten nicht mehr.
  • Ausreizen der Textlänge: Für jeden Auftrag sollte – je nach Anbieter – eine ungefähre Textlänge bzw. Maximallänge als Richtlinie angegeben werden. Da für die Autoren selbst in den meisten Fällen pro Wort nicht sonderlich viel zu verdienen ist, tendieren diese dazu den Text unheimlich in die Länge zu ziehen. Leere Aussagen und abgedroschene Phrasen sind oft das Resultat.
  • Mangelnde Expertise: Die Aufträge lassen sich zwar in verschiedenste Kategorien einteilen, echte Experten sind aber in den Autoren-Pools oft rar. So erhält man meistens von Drittseiten zusammengewürfelte Argumente ohne Zusammenhang und Tiefgründigkeit.
  • Mangelhafte Usability für Auftraggeber: Es werden zwar Features wie Auftragsverwaltung oder Bulk-Eingabe unterstützt, die Nutzerfreundlichkeit kann aber bei bestehenden Diensten als ausbaufähig bezeichnet werden. Beispielsweise wäre das Speichern von Auftragsbeschreibungen wünschenswert.
  • Verfügbarkeit von Top-Autoren: Für Texte auf der Standard-Qualitätsstufe sind ständig ausreichend viele Autoren verfügbar und man erhält ziemlich rasch Ergebnisse. Benötigt man allerdings einen Text von höherer Qualität, dann ist man mit einem deutlich kleineren Autoren-Pool konfrontiert. Hier muss man zu lange warten; vor allem wenn man viel Content (beispielsweise für ein Themenspecial) in Auftrag gibt.
  • Fehlendes Verständnis der Funktionen seitens mancher Autoren: Auch wenn Textagenturen auch SEO-Funktionen (wie Keyword-Density) anbieten, wissen viele Texter leider nicht, worum es dabei geht. Auch Features wie die Verlinkung oder Formatierungsmöglichkeiten sorgen immer wieder für suboptimal gestaltete Werke.
  • Persönliche Note geht verloren: Verwenden Sie Textagenturen beispielsweise für Ihren Corporate Blog, so verlieren die Texte dadurch den individuellen Schreibstil. Vielleicht macht genau dieser den Charme und Erfolg Ihres Blogs aus? Man sollte hier sehr vorsichtig sein.

Pro: Content-Broker bieten auch Vorteile

Dennoch kann der Einsatz von Textagenturen auch viel Positives bewirken. So sparen Textagenturen Zeit und Geld und sind fallweise adäquate Lösungen bei der Content-Produktion. Zu den wichtigsten Vorteilen zählen:

  • Geringe Kosten: Vollständige Texte nach Wunsch in Auftrag zu geben ist nicht sonderlich teuer. Für die Standard-Qualitätsstufe (3) muss man bei Textbroker beispielsweise 0,015 € je Wort löhnen. Für einen Text mit ca. 600 Wörtern entstehen somit maximale Kosten von 9,30 €
  • Rasche Erledigung: Hat man keine thematisch zu spezifischen Anforderungen – oder zu hohe Erwartungen an die Qualität der Texte – kann man bei Textagenturen in wenigen Tagen mit Resultaten rechnen.
  • Neue Ansichten entdecken: Wenn Sie den Autoren der Textagentur bei der Richtung des Textes freie Hand lassen, könnten Sie oft neue Ideen und Argumentationen entdecken und somit Betriebsblindheit & Co. etwas vermeiden.
  • Fehlende Skills ausgleichen: Ist es um das eigene Können in Sachen Schreiben nicht ganz so gut bestellt, können Content-Broker günstig Abhilfe schaffen und Sie auf Ihre Kernkompetenzen konzentrieren lassen.
  • SEO-Funktionen: Was bereits bei den Nachteilen genannt wurde, kann – richtig angewandt – natürlich auch zum Vorteil werden. Durch die Selektion von Keywords und der Keyword-Dichte kann die Suchmaschinenoptimierung des Textmaterials etwas erleichtert werden.
  • Texte nach Maß: Durch die individuell zu verfassende Auftragsbeschreibung kann genau vorgegeben werden, wie das Endresultat aussehen soll. Gut und verständlich formuliert können so alle Missverständnisse im Vorhinein ausgeräumt werden.

Damit die Vorteile von Textagenturen auch optimal ausgenutzt werden können, sollten die folgenden Tipps beachtet werden.

Textagenturen optimal nutzen – am Beispiel Textbroker

Angenommen wir müssen ein umfangreiches Themenspecial (mehrere Artikel) für ein großes Online-Magazin in Auftrag geben. Es geht um aktuelle Fashion-Trends. Wie gehen wir am besten vor?

1. Zu Beginn sollte natürlich eine umfassende Keyword-Recherche für den Auftrag erfolgen. Ein Tool dazu – den Google Keyword Planer – haben wir uns hier im Blog ja schon näher angesehen.

2. Sind die passenden Fragestellungen recherchiert gehen wir in den Textbroker-Bereich „Verwaltung“ und legen einen neuen Auftrag an. Wir kreieren ein neues Projekt und treffen die passenden Einstellung. So könnten diese Aussehen:

Textbroker Auftragsgestaltung

Für ein umfangreicheres Themenspecial empfiehlt sich bei Zeitdruck die Standard-Qualitätsstufe (3) zu wählen. Die Wortanzahl sollte andeuten, wie umfangreich und tiefgängig der Text sein sollte. Hier gilt: Im Zweifelsfall eher weniger Worte wählen – die Texte werden sonst unnötig in die Länge gezogen! Bei der Keyword-Dichte sollte man keinesfalls übertreiben, vor allem da sie kein wichtiger Ranking-Faktor mehr ist und man aus stilistischer sowie aus SEO-Sicht verstärkt Synonyme verwenden sollte.

3. Danach geben wir einzeln oder via Bulk-Input nach und nach die Auftragstitel und die dazugehörigen Keywords an. Hier unbedingt auf verständliche Titel ohne Tippfehler (vor allem bei den Keywords) achten, da man sonst sehr viel Zeit in die Nachbearbeitung der Texte stecken muss.

4. Nun müssen wir noch eine aussagekräftige Auftragsbeschreibung verfassen; dies ist mitunter der wichtigste Erfolgsfaktor.

Textbroker Auftrag Briefing

Es geht darum, in möglichst kurzen und verständlichen Sätzen, ALLE Eigenschaften des gewünschten Endproduktes unterzubringen. Das gilt für Aufbau genau so, wie für Formatierungen, Zwischenüberschriften oder Sonderwünsche.

Selbstverständlich muss auch detailliert zum Inhalt Stellung genommen werden, wenn dieser sich nicht durch die Auftragsbeschreibung selbst erklärt (Bsp.: „Fashion-Trends 2014 – Die neuesten Klamotten von adidas“).

5. Danach lassen wir uns die maximalen Kosten für den Auftrag kalkulieren und kontrollieren noch einmal all unsere Angaben auf Richtigkeit. Wenn wir zufrieden sind, können wir den Auftrag verbindlich absenden.

6. Nun wird sich ein Autor innerhalb der Bearbeitungsfrist um den Text kümmern und diesen nach Fertigstellung für uns freigeben. Werden unsere Anforderungen nicht erfüllt können wir das Werk – unter Angaben von Gründen (Rechtschreibfehler, falsche Inhalte, falsche Formatierungen etc.) – überarbeiten lassen und in weiterer Folge auch ablehnen.

Im Falle einer endgültigen Ablehnung wird der Fall von Textbroker kontrolliert und danach neu vergeben. Zeichnet sich ein Autor allerdings durch überragende Qualität seiner Texte aus, dann macht es Sinn ihm sogenannte „Direct Orders“ zukommen zu lassen. Das sind dann Spezialaufträge die nur von bestimmten Autoren erfüllt werden können und nicht an den gesamten Texter-Pool vergeben werden.

7. Nun adaptieren wir den Text bei Bedarf nach unseren Wünschen und pflegen ihn in das jeweilige CMS ein. Fertig!

Abschließend noch einige Fragen, die man sich vor jedem Projekt stellen sollte.

Wichtige Fragen vor jedem Auftrag bei Textagenturen
  • Welche Art von Online-Textagentur ist für das Projekt sinnvoll?
  • Wie groß ist das zur Verfügung stehende Budget?
  • Wie lang soll der Text ungefähr werden?
  • Für welche Zielgruppe ist der Text gedacht und wie bringe ich das optimal zum Ausdruck?
  • Wie lang soll der Text werden?
  • Muss der Text besondere Qualitätsansprüche stellen oder nicht?
  • In welche Expertenkategorie fällt der Text? (Bsp.: Ein Text zur Firma Audi in „Auto & Motor“)
  • Welche Formvorschriften müssen eingehalten werden?
  • Gibt es besondere Formatierungen, die eingehalten werden müssen?
  • Benötigt der Text Zwischenüberschriften oder sonstige Sonderwünsche?
  • Wann muss ich das Ergebnis spätestens erhalten?

Fazit

Content-Broker bzw. Online-Textagenturen bieten für relativ geringe Kosten sogenannten ‚Unique Content‘; also einzigartige Inhalte, die man exklusiv im Web anbieten kann. In der Regel besitzt man auch alle Rechte an diesen Texten. Auch wenn das recht verlockend klingen mag, ist man in der Praxis allerdings mit einigen Nachteilen konfrontiert.

Trotz detaillierter Auftragsbeschreibung und dem Treffen aller notwendigen Einstellungen überzeugt die Qualität der Texte in unserem Praxistest nur sehr selten auf ganzer Linie. Im Endeffekt muss man oft viel Zeit in die Nachbearbeitung der Materialien investieren – Zeit die man sich durch die Nutzung von Textagenturen ja eigentlich sparen will…

 

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2 thoughts on “Textagenturen: Pro und Contra von Online-Texten

  • Hallo, Herr Schifflhuber,
    ein größerer Bildschirm ist ratsam; ich stecke meinen 39 zoll oder auch 42 zoll Monitor ins erste notebook, das ich mir angelacht habe. Dafür kaufte ich einen TV-Flachbildschirm, sehe bei mir jedoch kein Fernsehen (könnte durch TV-Karte). Geht ja durch hdmi-Anschluss, oder auch durch VGA mit Adapter. Nicht mehr diese Eichhörnchen-Haltung vor dem Gerät…

  • Ich bin selbst bei einer oder zwei dieser Brokerseiten angemeldet, aber wirklich Geld verdient man dort als „echter“ Freiberufler nicht – für gelangweilte Hausfrauen und Schüler/Studenten mag’s reichen, aber wenn man seinen Lebensunterhalt damit verdienen muss, sind diese Broker nur wenig sinnvoll. Die Recherchezeit wird dem Texter gleich gar nicht gezahlt und die Wortpreise sind unverschämt bis unwürdig. Hätte ich nicht bei Textbroker diesen einen Kunden, der mir immer mal wieder anständig bezahlte Direct Orders gibt, hätte ich mein Profil wohl schon längst gelöscht. Ich bin mir ziemlich sicher, dass eine ganze Menge dieser Texte so manches Phrasenschwein zum Platzen bringen können – und da liegt nachher nämlich das Problem auch für die AGs: Ihr Text ist längst nicht mehr so unique wie sie vielleicht denken, weil die kompletten Texte nach Schema F abgefertigt werden. Von Lesbarkeit und Mehrwert ganz zu schweigen, trotz dass der Google-Algorithmus immer feiner wird und eine schiere Anzahl an Keywords schon lange nicht mehr das Alpha und Omega erfolgreicher SEO-Texte sind. Aber klar, der Kunde ist König 😉

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