In-depth articles: Google’s neuestes Feature

In-depth articles: Google’s neuestes Feature


Google sorgt mal wieder für Aufregung – diesmal mit In-depth articles. Pandu Nayak, ein Mitglied des Google Technik Teams, erklärt in seinem Blog-Post Discover great in-depth articles on Google auf Insight Search, was es mit diesem neuen Feature auf sich hat. Im Grunde sollen Artikel, die ein bestimmtes Thema ausführlich behandeln, prominenter in den Search results platziert werden. Ich habe mir dazu ein paar Gedanken gemacht und gehe in diesem Beitrag folgender Frage nach: Wie wirkt sich das neue Google Feature auf die Content Strategie von Unternehmen aus?

In-depth articles unter der Lupe

Das neue Feature ist derzeit nur auf google.com und in Englisch verfügbar. Anhand eines Screenshots zeigt Pandu Nayak, wie In-depth articles in den Suchergebnissen hervorgehoben werden.

In-depth articles Screenshot

Laut Google sollen jene Artikel, die breite Themen mit mehr Tiefe behandeln, durch Bild und Angabe der Quelle bzw. des Logos sichtbarer gemacht werden für die User. Für mich stellt sich nur die Frage, nach welchen Kriterien Google diese Artikel auswählt und rankt. So habe ich ein paar Tests mit verschiedenen Keywords, u.a. “American Politics”, gemacht. Bei den meisten Artikeln gab es in folgenden Punkten Übereinstimmungen:

  • Texte haben mehr als 2.000 Wörter
  • Artikel kommen von großen Verlagshäuser bzw. News Publishern
  • Jeweils nur drei In-depth articles pro Suchbegriff

In-depth articles American Politics

Und es kommt doch auf die Länge an

Es hat mich nicht im Geringsten gewundert, dass bei meinen Tests lange Beiträge mit vielen Wörtern bevorzugt wurden. Bereits bei dem Panda Update kündigte Google an, zukünftig Artikel mit mehr Inhalt mit einem besseren Ranking zu belohnen, als jene mit wenig Text. Dies könnte u.a. auch ein Grund für das gute Ranking meines Beitrags Content Strategie: Stärken und Schwächen von Inhalten sein, der 2.153 Wörter zählt und in den SERPs derzeit auf Position 3 zu finden ist.

Die Chance auf Thought Leadership

Da Google bei In-depth articles scheinbar extrem lange Artikel bevorzugt, haben Firmen aus dem B2B gegenüber dem B2C Bereich einen großen Vorteil. Warum? Ich kann mir kaum vorstellen, dass ein Konsument die Lust und die Zeit hat eine 5.000 Wörter lange Abhandlung über ein Produkt zu lesen. Daher können sich vor allem Betriebe die in der Industrie tätig sind, mittels In-depth articles Meinungsführerschaft erarbeiten, indem sie ausführlich über Prozesse informieren oder detaillierte Einblicke in ihre Branche bieten.

Google bevorzugt Brands

Die Tatsache, dass die In-depth articles zu einem Großteil von großen News Publishern wie New York Times oder Guardian kamen, hat mich schon ein wenig enttäuscht. Wenn Brands derart von Google bevorzugt werden, welche Chance haben dann kleine Seiten oder Blogs in den In-depth articles Suchergebnissen aufzuscheinen? Ich kann nur hoffen, dass in Zukunft ein breiteres Spektrum an Artikeln berücksichtigt wird.

Aller guten Dinge sind drei

Bei meinen Tests wurden zu jedem Keyword jeweils nur drei Artikel in den In-depth articels angezeigt. Ich bin mir sicher, dass zu breiten Themen jede Menge lange und vor allem gute Artikel im Internet kursieren. Es ist aber gut möglich, dass die Aktualität eines Beitrags ein wichtiger Faktor für eine Listung ist. Google empfiehlt nämlich bei den Article Markups auch das Datum der Publikation anzugeben. Außerdem waren viele der Artikel auf den Startseiten der Publisher gefeatured.

Voraussetzungen

Um überhaupt in die engere Wahl für die In-depth articles zu kommen sind einige Dinge zu beachten. Appearing in the In-depth articles feature weist alle Faktoren auf, die eine Listung wahrscheinlich machen – darunter eine Google+ Seite und ein Bild, das indexierbar und von den Google Bots gecrawlt werden kann. Mit Ersterem möchte der Internetriese natürlich seine eigene soziale Plattform pushen.

Fazit

Das neue Google Feature ist derzeit nur auf google.com und in Englisch verfügbar. Wann der weltweite Roll-Out erfolgt steht noch in den Sternen. Die wichtigsten Voraussetzungen für eine Listung sind:

  • Behandlung eines allgemeinen bzw. breiten Themas
  • Mehr als 2.000 als Wörter
  • Inhaltliche Tiefe
  • Ein indexierbares und crawlbares Bild
  • Eine Google+ Seite die mit der Website verbunden ist

Es bleibt abzuwarten, ob auch in Zukunft nur große Brands in den Ergebnissen bevorzugt werden. Sollten aber auch Artikel von kleinen Seiten bzw. Blogs berücksichtigt werden, haben vor allem B2B Firmen die Möglichkeit sich dadurch Meinungsführerschaft zu erarbeiten.